Über die Tübinger Gastronomie
Die Gôgen-Hymne
Vom "Ballhaus" zur "Wurstküche"
- eine kleine Chronik unseres Gasthauses


Tübinger GastronomieÜber die Tübinger Gastronomie

1797 besuchte Goethe Cotta in Tübingen. 1797 wurde auch das "Ballhaus" fertiggestellt. Und zwar an einer Nahtstelle zwischen der Ober- und der Unterstadt, dem Platz, genannt:
Am Lustnauer Tor.

Am Lustnauer Tor ist jener Platz, wo einstmals das Lustnauer Tor stand, nämlich ein Stadt-Tor. Weitere ehemalige Stadttore sind: Neckartor, Schmiedtor, Hirschauer Tor, Haagtor.

Das Lustnauer Tor wurde zum Zentrum des Verkehrs, als 1885 bis 1887 die Mühlstraße angelegt und bis etwa 1900 mit repräsentativen Bauten ausgestattet wurde. Am unteren Ausgang der Pfleghofstraße befand sich im 19. Jahrhundert das evangelische Dekanatshaus.
An der 1904 aus einem älteren Gasthaus mit Brauerei umgebauten Gaststätte "Hanskarle" (heute Kreissparkasse) vorbei führt die im Jahr 1902 angelegte neue Erschließungsstraße für den Österberg (damals Kaiserstraße, heute Doblerstraße) zum 1902 bis 1905 errichteten Justizgebäude.

Tübingen als Universitätsstadt mit ihren Studenten war einst reich an Gaststätten und Gasthöfen, von denen heute viele nicht mehr existieren und einige andere einen neuen Namen angenommen haben.

Betrachtet man das Tübinger Gastgewerbe in alter Zeit, so fallen einige markante Unterschiede auf, wenn man sich bei diesem Vergleich auf die Innenstadt beschränkt. Während ein "Führer durch Tübingen" aus dem Jahre 1875 noch neun Gasthöfe und Schildwirtschaften zum Logieren" nennt, findet man im heutigen Adressbuch in diesem Bereich gerade noch vier Übernachtungsbetriebe.
Von mehreren Brauereien ist keine einzige geblieben, auch nicht in jenen Stadtteilen, wo es früher zum Teil ebenfalls solche gab. Die für Tübingen typischen, vom Gastwirt abgeleiteten Namen wie "Beckei" und "Schottei", "Nördlingerei", "Hauffei", "Eiffertei" sind bis auf "Lenzei" und "Marquartei" alle verschwunden.

Eine Geschichte der Tübinger Gastlichkeit ist bisher leider noch nicht geschrieben worden. Einige Gasthöfe, wie das "Lamm" und die "Krone", beide früher am Markt, sind sehr alt. Das "Lamm" ist im 16. Jahrhundert schriftlich nachgewiesen, die "Krone" wird bereits 1410 erstmals genannt.

Bei dem Totalumbau unseres Hauses im Jahre 1979 blieb nur die Fassade des gesamten Baukörpers im ursprünglichen Zustand erhalten, der Innenausbau erfolgte aber mit viel Feingefühl und Respekt vor der mehr als 200-jährigen Geschichte.



Die Gôgen-Hymne

nach der Melodie:
Preisend mit viel schönen Reden


1. En dr Näggerhalde siba
isch es Scheißhaus eba voll.
Ond do sait dr Herr Professer,
daß mr 's Scheißhaus lära soll.

2. Karle schmier dei Bruscht mit Lädda,
ziag dei Scheißdreggswammas a.
Daß du au wia andre Rauba
Scheißdreggsbudda draga kanscht.

3. Ond dr Karle nemmt sein Schapfa
ruadlet rom in sellra Briah.
Ond des schdengt granadamäßig
scho des morgnets en dr Friah.

4. Ob dem Gschdank zuit d'Frau Profässer
d'Nosa nuff als ob se 's beiß.
Doch dr Karle duat re z'wissat,
daß se au koin Balsam scheißt.

5. En dr Näggerhalde siba
isch'es Scheißhaus wieder lär.
Ond vom Scheißdregg vom Profässer
werdet d'Bräschdleng groß ond schwär.

2. Gang mr weg mit Sammetschiala,
gang mr weg mit Bendala.
Bauramädla send mr liaber
als so Kafeebemberla.

3. Muader muascht mr, schla mes'Blechle,
Dürleshosa macha lau,
daß i au so Dürleshosa
wia dr Herr Profässer hau.

4. Mo ni hau mei Schätzle gnomma,
hot mei Muader grausig dau,
hot me bei de Aura gnomma,
d'Schdiaga nabe bfluadra lau.

5. Sa du no zu deira Alda,
sui soll mi bassiera lau,
i wur schau mein Schatz verhalda,
sell wurd sui an Dreck agauh.

6. Hender meiner Schwiegermuader
iram graußa Hemmelbett
leit a ganzer Sack voll Sexer,
wenn i no dia Sexer hett!

7. Mo ni hau no gratzt ond bissa
hot me wella koine küssa.
Seit i nemme kratz ond beiß
kriag i Küssla dutzetweis.

8. Wo ne han ens Dischduach gschneizet
hot mei Muader grausig dau:
Kerle hosch denn gar koin Aschdant,
kosch da Rotz et hanga lau.

9. Älleweil krank sei, doch et schderba,
des isch gwias a harde Pai.
Mädle liaba, doch et kriaga,
des muß no viel ärger sei.

10. Uf dr Maura hogged Baura,
gugged ra wia d'Pudelhond.
D'Bäure, dia duat d'Hosa fligga
weil se 'm Schneider nix vergonnt.

Vom "Ballhaus" zur "Wurstküche" - eine kleine Chronik unseres Gasthauses